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Batman: OWAW![]() Autoren: Ed Brubaker Zeichner: Stefano Gaudino Erscheinungsdatum: Juni 2001 Inhalt: Eine gewaltige Explosion erschüttert die Gothamer Innenstadt. Zum Glück trug sich dies nur auf einer verlassenen Baustelle zu, doch zwei Arbeiter mussten sterben, weil sie früher als gewöhnlich das Gelände betraten. Police Commissioner Akins arrangiert eine Nacht darauf ein Treffen mit Batman, und bittet ihn um Hilfe. Regierungsagenten halten die Polizei von der Unglücksstelle fern, ohne jegliche Begründung haben Behörden aus Washington die Nachforschungen übernommen, bevor sie überhaupt beginnen konnten. Commissioner Akins äußert die Befürchtung, die Regierung sei überhaupt nicht daran interessiert, den Tod der beiden Männer aufzudecken. Grund genug für Batman sich der Sache anzunehmen. Das Baugelände ist weiträumig abgesperrt, Batman beobachtet die provisorischen Regierungszelte also erst einmal von den umliegenden Dächern. Als er einen hochrangigen Armee-Offizier und den NASA-Experte Ian Hellman entdeckt und eine breite Spur verbrannter Steine an einem der umliegenden Gebäude ausmacht, die eine gerade Linie zum Zentrum der Explosion bilden, bestätigt das seinen Verdacht. Durch das Dach des Zeltes riskiert Batman einen Blick ins Innere, und tatsächlich scheint sich die gesamte Operation um ein abgestürztes Raumschiff zu drehen, das aus dem Inneren eines Einschlagkraters geborgen wird. In der darauffolgenden Nacht stattet Präsident Lex Luthor Gotham einen Besuch ab. Auch Bruce Wayne ist auf seiner Ankunftsparty, wo er Ian Hellman wiederentdeckt. Mit Hilfe von Drogen im Getränk schafft es Bruce, Hellman auf der Toilette einige Informationen zu entlocken, mit deren Hilfe er kurz darauf in die Unglücksstelle eindringen kann – getarnt als Wissenschaftler. Doch auch Luthor ist schon da, Batman kommt gerade noch rechtzeitig um mitzuerleben, wie ein offenbar totes Alien geborgen wird, das anscheinend mit seinem Raumschiff auf der Flucht war. Luthor erklärt seinen Wissenschaftlern, dass in den Wochen zuvor bereits mehrere solche Abstürze vorgekommen seien und lässt Raumschiff samt Pilot in einen Ort namens "Metropolis Project" überführen. Batman stattet einem Armee-Offizier einen kleinen Besuch ab und entwendet Daten aus dem Computer der Regierung. Zwar vernichten sich die Dateien selbst, als Orakel sie wenig später öffnet, doch kann sie zuvor noch eine Adresse ausdrucken, die mit dem Metropolis Project in Zusammenhang steht. Am nächsten Tag sucht Batman Metropolis auf, findet unter der erwähnten Adresse aber nur ein altes Lagerhaus. Seine Zweifel verstreuen sich, als Talia Al Ghul die Halle verlässt, neuerdings bekanntlich die Geschäftsführerin des Luthor Konzerns. Sie entdeckt Batman auf einem Hausvorsprung und heftet die ID-Karte eines Wissenschaftlers für ihn an eine nahe Wand. So kann Batman kurz darauf den Schuppen betreten. Inmitten des Gerümpels findet er einen hochmodernen Fahrstuhl, der ihn in einen gewaltigen, unterirdischen High-Tech Komplex führt. Er stößt auf eine Abteilung für metamenschliche Forschung, entdeckt Akten mit dem Namen "Doomsday Kontingent" und findet heraus, dass hier Experimente mit dem Wesen Strange Visitor gemacht werden. Am Tag darauf bekommt Luthor im Weißen Haus Besuch von Batman. Der dunkle Ritter stellt ihn zur Rede, und eröffnet, dass er alles über das Metropolis Projekt wisse. Doch Luthor hat vorgesorgt - in der Zeitung steht bereits, dass sich ein Armee-Offizier zu dem Terrorismus in Gotham bekannt hätte und sich danach selbst das Leben genommen habe. Bruce Wayne stattet dem Daily Planet einen Besuch ab, um mit Clark Kent zu sprechen. Als Superman schließlich in einem sicheren Raum vor ihm steht, fragt er ihn offen heraus, ob er jemals etwas über eine Sache namens Doomsday Kontingent gehört habe. Kommentar: Erst einmal ein großes Dankeschön an DC, dass Batman-Profi Ed Brubacker diese Story schreiben durfte. Es wäre ein herber Verlust gewesen, hätte sich ein Autor daran gesetzt, der weniger mit dem Mythos Batman, der realistisch-düsteren Stimmung und der Atmosphäre Gothams vertraut wäre. So wurde ein meisterliches Heft auf die Beine gestellt, das leicht die beste Ausgabe des gesamten OWAW-Zyklus‘ sein könnte. Ed Brubacker hat sich Zeit für seine Geschichte gelassen. In vielen langsamen Szenen wird Stimmung und Atmosphäre aufgebaut, wie man es nur selten sieht. Der Plot könnte direkt aus einer Akte X-Folge stammen, ebenso packend wird die geheime Regierungs-Verschwörung und die Entdeckung des Metropolis Projekts eingeführt. Leider konnten die weiteren OWAW-Entwicklingungen diesen Standard nicht halten, doch in dieser Ausgabe ist ein abgestürztes außerirdisches Raumschiff noch eine gewaltige Sensation, der Grad an Realismus lässt einen wirklich mitfiebern als das Alien geborgen wird, während wir bei actionreichen Weltraumschlachten mit außerirdischen Weltenvernichtern kaum noch schlucken müssen. Doch auch die diversen Rahmenhandlungen sind brillant geschrieben und äußerst lesenswert. Schon der Beginn der Geschichte – ein Gespräch der beiden Arbeiter, wer wohl mächtiger sei, Bruce Wayne oder Lex Luthor - zieht einen unweigerlich in den Bann. Noch besser werden die Dialoge zwischen bekannten Charakteren. Das Gespräch Batmans mit Commissioner Akins auf dem Dach der Polizeistation, der Empfang des Präsidenten, und natürlich die finale Konfrontation mit Luthor – übrigens ganz ohne "Action"-... All diese Szenen sind besser, als wir es sonst in vielen reinen Batman-Stories erleben. Auch den Zeichner muss man loben, sein leicht krakeliger, prunkloser Stil trägt viel zu dem erwähnten Grad an Realismus bei. Die düstere, in blassen Farben gehaltene Kolorierung tut ihr übriges, um eine herrliche Mystery-Atmosphäre entstehen zu lassen. Batman:OWAW ist wirklich eine hervorragende Ausgabe geworden, die die Erwartungen an das Kommende vielleicht sogar zu hoch geschraubt hat. Auch wenn sie keinen besonders wichtigen Part zur Gesamthandlung beigetragen hat, wegen solchen Stories sollte man OWAW lesen. Lukas "ruppoman" Wilde |
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