Autor:
Jim Starlin
Zeichner:
Jim Aparo
Preis: je 8,95 DM
Erscheinungsdatum: Juli - November 2001
Inhalt:
Us-Batman #426-429
Death in the Family (bzw. Tod in der Familie) ist sicherlich eine der bedeutendsten Batman-Geschichten. Nicht nur, dass DC Robin II Jason Todd in dieser Geschichte sterben lies (und er bis heute auch tot blieb), sondern auch, dass die Fans über seinen Tot per Telefon abstimmen durften, war ungewöhnlich. Nach wie vor ist diese Aktion einzigartig in der Comic-Geschichte. Bereits 1990 brachte der Hethke Verlag in ihrer Batman Sonderband-Reihe diese Geschichte auf deutsch raus (Band 10-12). Nun, 11 Jahre später, bringt Panini Comics diese Story noch einmal in ihrer Detective Comics-Serie, diesmal im Original Format mit neuer Übersetzung.
Teil 1
Bei einem Einsatz missachtet Robin Batmans Befehle und bringt sich dadurch unnötig in Gefahr. Batman kommt zu der Erkenntnis, dass Jason noch nicht über den Tod seiner Eltern hinweg ist. Deswegen beschließt er zusammen mit Alfred, dass es das Beste sei, wenn Jason erst mal das Robinkostüm an den Nagel hänge. Dummerweise hört Jason das Gespräch mit. Bruce versucht ihn zu beruhigen, was ihm aber nicht gelingt. Kurz darauf wird Batman von James Gordon gerufen, da der Joker wieder ausgebrochen ist.
Dieser schmiedet in seinem Versteck auch schon neue Pläne. Da er dringend Geld braucht, will er eine Rakete an arabische Terroristen verkaufen. Unterdessen trifft ein frustrierter Jason auf eine alte Freundin seiner Mutter. Von ihr bekommt er eine alte Kiste mit persönlichen Sachen seiner Eltern. Zu Hause schaut er sich die Sachen an. In der Kiste findet er auch seine Geburtsurkunde. Zu seiner Überraschung muss er feststellen, dass der Name seiner Mutter nicht richtig ist. Seine Mutter hieß Catherine, während der Name auf der Urkunde mit "S." beginnt. Dadurch wird Jason klar, dass Catherine Todd nicht seine richtige Mutter war. Durch ein altes Adressbuch seines Vaters findet er drei Frauen, dessen Name mit S anfing. Dies sind Sharmin Rosen, Shiva Woosan und Dr. Shelia Haywood. Jason beschließt, alle drei aufzusuchen. Währenddessen ist der Joker auf dem Weg in den Libanon, Batman ist ihm auf den Versen.
Teil 2
Batman kommt in Israel an und findet dort heraus, dass der Joker bereits angekommen ist. Aber nicht nur die beiden Erzfeinde sind in Israel, sondern auch Robin, der auf der Suche nach der israelischen Geheimagentin Sharmin Rosen ist. Durch Zufall trifft Bruce bei seinen Nachforschungen auf Jason, der ihm dann auch erzählt, was er in Israel sucht. Gemeinsam finden sie heraus, dass Sharmin Rosen auch auf der Suche nach dem Joker ist und sich deshalb als die Liebhaberin des möglichen Käufer Peter Brando tarnt.
Batman und Robin folgen den beiden und finden so schließlich den Joker. Nach der Geldübergabe greifen Batman und Robin ein. Und auch Sharmin Rosen greift nun ein, bringt sich dadurch aber selbst in Gefahr -kann aber von Robin gerettet werden. Ein israelischer Terrorist gerät in Panik und will deshalb die Rakete abfeuern, allerdings explodiert sie, was dem Joker zur Flucht verhilft. Wie sich dann auch herausstellt, ist Sharmin Rosen nicht Jasons Mutter. Daraufhin reisen Batman und Robin nach Beirut, während der Joker nach Äthiopien flüchtet.
Teil 3
Batman und Robin kommen in Beirut an, dort erfahren sie, dass Shiva Woosan von mehreren Männern entführt wurde. Beide machen sich auf die Suche nach ihr. Währenddessen hat der Joker ebenfalls sein Reiseziel erreicht. In Äthiopin besucht er Sheila Haywood. Diese hat früher illegale Operationen an Teenagermädchen vorgenommen und ist jetzt für die Verteilung sämtlicher Medikamente verantwortlich. Joker will von ihr genau diese Medikamente, andernfalls erzählt er ihren Vorgesetzten von ihrer Vergangenheit.
Derweil haben Bruce und Jason das Terroristenlager gefunden, in dem Shiva Woosan sein soll. Diese ist allerdings nicht entführt worden, sondern selbst die Ausbilderin der Terroristen. Shiva Woosan ist nämlich niemand anderes als Lady Shiva. Nach einem (erstaunlicherweise) kurzen Kampf besiegen Batman und Robin Lady Shiva. Nachdem Batman ihr ein Wahrheitsserum verabreicht hat, erfahren sie von ihr, dass sie nie Kinder hatte. Somit ist die letzte, die als Jasons Mutter in Frage kommt, Sheila Haywood.
Teil 4
In Äthiopien treffen Bruce und Jason relativ schnell auf Shelia Haywood. Diese ist dann auch tatsächlich Jasons richtige Mutter. Nachdem sie Jasons erklärt hat, warum sie ihn weggab, bittet sie ihn erst mal zu gehen, da sie angeblich noch arbeiten muss. In Wirklichkeit hat sie aber ein Treffen mit dem Joker, was Jason zufällig bemerkt. Zusammen fährt der Joker mit Sheila zu einem Lagerhaus, Jason folgt den beiden. Zu ihrem Entsetzen muss Sheila feststellen, dass der Joker die gestohlen Medikamente gegen tödliche austauschen will. Unterdessen findet Jason Bruce. Allerdings ist der Konvoi des Jokers mit den tödlichen Drogen schon unterwegs.
Während Batman den Konvoi verfolgt, soll Robin das Lagerhaus beobachten, muss aber gleichzeitig Bruce versprechen, nichts ohne ihn zu unternehmen. Natürlich hört er wieder einmal nicht auf seinen Mentor, geht allein hin, und trifft dort seine Mutter. Er verrät ihr, dass er Robin ist. Daraufhin geht sie mit ihm ins Lagerhaus und lockt ihn somit in eine Falle des Jokers. Da sie selbst Spendengelder unterschlagen hat, verrät sie Robin, da sie nicht auffliegen will. Der Joker schlägt daraufhin Robin zusammen. Derweil schafft es Batman, den Konvoi aufzuhalten und die Menschen im Hilfslager zu warnen. Der Joker beschließt, dass es das Beste sei alle Beweise zu vernichten. Zu den Beweisen gehört auch Sheila, weswegen er sie fesselt und sie mit einer Bombe und Robin im Lagerhaus zurücklässt. Erstaunlicherweise lebt der schwer verletzte Robin noch und will trotz allem seine Mutter retten. Mit letzter Kraft schneidet er sie los. Durch diese Tat regt sich auch bei Sheila das schlechte Gewissen. Sie schleppt ihren Sohn mit zu Tür, diese ist allerdings verschlossen. Als Batman endlich zur Halle zurückkehrt, fliegt diese auch schon in die Luft.
Teil 5
Batman findet in den Trümmern, die schwer verletzte Sheila Haywood. Bevor sie stirbt, sagt sie Batman noch, wie leid ihr alles täte. Kurz darauf findet Batman auch die Leiche von Jason Todd. Derweil verkauft der Joker die Medikamente an den iranischen Geheimdienst und bekommt von ihm außerdem noch ein sehr verlockendes Angebot. Nachdem Bruce sämtlich Spuren verwischt hat, die Jasons Tod mit Batman verbinden könnten, macht er sich auf die Jagd nach dem Joker. In dessen Versteck findet er aber nur eine Nachricht auf einen Treffpunkt vor. Kurz darauf reist er zurück nach Amerika, wo Sheila und Jason begraben werden. Auf der Beerdigung erzählt Bruce Alfred, dass er ab sofort alles alleine erledigen wolle. Am selben Abend geht Batman zum Treffpunkt, dort wartet allerdings nicht der Joker auf ihn, sondern Superman. Dieser wurde vom Außenministerium geschickt, da er dafür sorgen soll, dass Batman den Joker in Ruhe lässt. Den Grund erfährt Batman danach auch gleich: Der Joker ist der neue U.N.-Botschafter des Irans und genießt somit diplomatische Immunität.
Teil 6
Der Joker soll vor der Vollversammlung eine Rede halten. Batman ahnt bereits, dass der Joker ein Massaker anrichten will. Da ihm die Regierung allerdings verboten hat einzugreifen, sorgt er dafür, dass zumindest Bruce Wayne teilnimmt. Doch Batman hat nicht vor, Jokers Massaker zu verhindern, er sinnt lediglich auf Rache und will den Joker endgültig töten.
Kommentar:
Jason Todd war als Robin nie sehr beliebt bei seinen Fans. Somit ist es schon etwas ironisch, dass die beste Robin II-Geschichte die seines Todes ist. Und tatsächlich ist diese Story, erzählt von Jim Starlin, sicherlich eine der bedeutendsten der Batmans-Geschichten.
Aus heutiger Sicht interessant ist sicherlich die Tatsache, dass Batman am Ende den Joker tatsächlich töten will. Auch überraschend ist, dass der Joker nach dieser Story eigentlich wissen müsste wer hinter Batmans Maske steckt. Dafür sprechen mehrere Dinge: Der Joker tötet Jason als Robin. Im sechsten Teil besucht Batman am Abend vor der Rede den Joker. Dort prahlt der Joker mit dem Mord, daraufhin dankt ihm Batman und sagt: "Bis jetzt war ich nicht absolut sicher, dass du für Jasons Tod verantwortlich bist." Somit müsste der Joker eigentlich wissen, dass Jason Todd Robin war, woraus er relativ leicht den Schluss ziehen kann, dass Bruce Wayne Batman ist.
Außerdem spricht noch eine andere Tatsache dafür: Als der Joker in die Versammlung kommt, bleibt er vor Bruce Wayne stehen und starrt ihn an, danach bricht er in Gelächter aus. So viel ich weiß, wurde aber bis heute noch nicht geklärt, ob der Joker wirklich Batmans Geheimidentität kennt. Ich lasse mich aber gern eines besseren belehren.
Die Zeichnungen von Jim Aparo und Mike DeCarlo können auch heute noch gefallen. Lediglich Bruce Wayne und Superman sehen sich für meinen Geschmack etwas zu ähnlich.
Zu der deutschen Umsetzung gibt es diesmal gleich mehrere Kritikpunkte: Da wäre erstens die Tatsache, dass die Angaben zum zugrundeliegenden Us-Original fehlen. Nirgends ist zu finden, um welches Heft es sich handelt, wie der Original-Titel war, noch, im welchen Monat und Jahr es erschienen ist. Das kann ich nicht ganz nach nachvollziehen, denn eigentlich sind diese Angaben bei Panini Comics Standard. Nur bei der Detective Comics- und Action Comics-Serie fehlen diese immer, und gerade hier, bei diesen alten Heften, wären sie dringend nötig.
Ebenfalls etwas unpassend ist die Verwendung von Glanzpapier. Bei so alten Heften ist mattes Papier, wie es damals Dino Comics in ihrem Batman Sonderband #6 verwendet hatte, einfach besser geeignet. Was auch auffällt ist, dass die Farben teilweise pixelig wirken. Dies kann aber natürlich auch schon bei den US-Heften der Fall gewesen sein.
Leider hat DC-D wieder einmal auf redaktionelle Seiten versichtet. Letztendlich bekommt man also leider wieder nur eine neue Übersetzung geboten. Wer mit seinen Hethke-Alben zufrieden ist und nicht unbedingt das Original Format braucht, kann sich die Neuveröffentlichung schenken.
Fazit: Wer die Hefte noch in keiner anderen Form hat, sollte dies nun unbedingt nachholen. Alle anderen brauchen die DC-D Version nicht unbedingt.
Sven ‚FantasyDream' Peddinghaus