Batman - Der Manga Child of Dreams (2)
Autor und Zeichner: Kia Asamiya
Preis: € 12,75
Manche Träume sollten besser Träume bleiben...............
Zwei Monate sind vergangen seit den Ereignissen in Gotham City. Und dass manche Träume besser nur Träume bleiben und nicht wahr werden sollten, das erfahren wir nun im zweiten Teil von "Child of Dreams".
Bruce Wayne fliegt nach Tokio. Geschäftlich. Dort trifft er sich mit Kenji Tomioka, dem Besitzer von "Tomioka Pharmaceuticals". Doch beim Gespräch zeigt dieser mehr Interesse an Gotham Citys Batman, als an den tatsächlichen Verträgen, die unterzeichnet werden sollen.
Abends verabreden sich Bruce und Yuuko zum Abendessen, und sie erzählt ihm, dass Tomioka ihr Onkel ist und wie die Firma es in so kurzer Zeit geschafft hat, eine solch große Marktbeherrschung zu erlangen.
Tief in den Labors von "Tomioka Pharmaceuticals" entnehmen Wissenschaftler unter den Fingernägeln des abgesägten Armes von Batmans erstem Doppelgänger aus dem ersten Band, DNS-Proben vom echten Batman, die der Doppelgänger beim Kampf dort zurück behalten hat.
Yuuko erzählt Bruce, dass sie schon einmal als kleines Kind mit ihren Eltern in Gotham City gewesen war und sie dort von Kleinkriminellen auf der offenen Straße überfallen worden seien. Doch zum Glück erschien damals Batman, der sie alle gerettet hat.
Batman recherchiert den Zusammenhang zwischen den Opfern in Gotham City und der Medikamentenfirma. Bei seiner nächtlichen Streife durch Tokio sieht Batman sich einer Catwoman gegenüber, die sehr viel stärker und brutaler ist, als "seine" in Gotham City. Doch während des Kampfes entdeckt er, wer in dem Kostüm steckt: Es ist Yuuko. Wie die Doppelgänger im ersten Band, scheint auch ihr dasselbe Schicksal zu drohen. Um diese Gefahr abzuwenden und ein Gegenmittel für die Droge Fake Fur zu finden, begibt sich Batman sofort zu "Tomioka Pharmaceuticals".
Sehr beeindruckend für Technik-Freaks dürfte auch Asamiyas Darstellung vom Batmobile sein. Batman hat es mit nach Tokio genommen und rast durch diese Stadt, deren Silhouette sehr der von Gotham City ähnelt, seinem Widersacher entgegen.
Ganz anders als im ersten Band, geht die Handlung hier sehr zielgerichtet und zügig voran. Wer der Böse ist, wird sofort klar und die Konfrontation ist unausweichlich. Das tut der Geschichte aber keineswegs einen Abbruch - sie ist sogar von der Grundidee (im Bezug auf Batman-Storys) neu und wird sehr überzeugend dargestellt. Der Wahn, der Tomioka antreibt wird sehr genau beschrieben und die ganze Darstellung ist sehr gut nachvollziehbar. Wenn Batman die Höhle von Tomioka betritt und dieser ihm erklärt, warum er dies alles tut und was seine Ziele sind, dann läuft dem Leser ein Schauer über den Rücken. Batman/Bruce Wayne steht seinem Klon gegenüber, der sogar genetisch und technisch verbessert wurde. Ein scheinbar ungleicher Kampf entbrennt. Solch eine Gegenüberstellung ist wahrlich neu und in seiner Radikalität spannend.
Da ist jemand, der von Batman so fasziniert ist, dass er alles über ihn sammelt - das dürfte manchem Fanboy sogar bekannt vorkommen. Tomioka aber kennt in seinem Wahn keine Grenzen und möchte sogar Batman selbst kopieren und zu ihm selbst werden. Den anderen Batman möchte er ausstopfen und in seiner Höhle ausstellen!
Aber wieder einmal lernen wir, dass Batman mehr ist, als die Summe seiner Gene. Diesen Batman kann man nicht klonen. Er ist das Resultat einer ganzen Reihe von Ereignissen und Erlebnissen. Erfahrungen und jahrelanges Training kann man durch nichts ersetzen. Batman hat seine eigenen Dämonen, die ihn antreiben und nichts und niemand ist in der Lage diese zu kopieren. Die Origin und sein Werdegang haben ihn zu dem gemacht was er ist.
Der Kampf - der zeichnerisch sehr gekonnt in Szene gesetzt wird - endet dann auch zu Gunsten des einzig wahren Batmans. Tomioka versucht bis zum Schluss Batman zu vernichten, als er aber sieht, dass er keine Chance hat, versucht er noch sich und Batman und das ganze Batmanmuseum in die Luft zu sprengen.
Der Kampf ist vorbei. Bruce Wayne fliegt wieder nach Gotham City zurück.
Das Ende ist so, dass man hier ohne Probleme anschließen könnte und weitere Abenteuer nachschieben könnte. Das Verhältnis Bruce zu Yuuko lässt noch sehr viel Spielraum für weitere spannende Begegnungen.
Besonders positiv ist hervorzuheben, dass dieses Buch wieder ein echter Manga ist und mit viel lesenswertem Zusatzmaterial angereichert ist. Die kleine Einführung durch die über 60 Jahre Batmangeschichte ist nicht nur für Neueinsteiger lesenswert, sondern auch für Altfans. Das Buch ist eine rundum gelungene Sache und auch Schreibfehler sucht man hier vergebens. Was leider bei Paniniprodukten nicht immer der Fall ist. Aber hier stimmt einfach alles!
Norbert Elbers
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