Batman Sonderheft #2 Kriegsspiele
Enthält:
Batman: Gotham Knights 57, Robin 130, Batgirl 56, Catwoman 35
Autoren: A.J. Lieberman, Bill Willingham, Dylan Horrocks, Ed Brubaker
Zeichnungen: Al Barrionuevo, Jon Proctor, Mike Huddleston, Paul Gulacy
Erschienen: 28. Juli 2005
100 Seiten, 5,95 €
Batman erkennt endlich die Handschrift der Bandenkriege als seine eigene. Mit dieser Feststellung steht ihm auch wieder ein Auswegplan zur Verfügung, den er sich schon lange zurecht gelegt hatte. Dafür brauch er aber doch die Hilfe der Polizei - Auch gegen den Willen des Commissioners. Noch immer kommt niemand im Bat-Team darauf, dass ein kriminelles Genie umhergeht, dem Spoiler und Orpheus eiskalt in die Falle gehen.
War Games bleibt durchwachsen. Schöne Ideen und spannende Entwicklungen wechseln sich zunehmend mit der Feststellung ab, dass das Event künstlich aufgebauscht und gepusht wurde. Etwa die Hälfte dieser Ausgabe besteht wieder aus Kämpfen und Schlägereien, die wirklich keinem etwas bringen. Irgendwo verständlich: Als Autor der Catwoman-Serie kann ich Catwoman natürlich nicht ohne Handgefechte durch solche Kriegsschauplätze schicken, gleiches gilt wohl für Nightwing und Batgirl. Aber in einem Rutsch gelesen ermüdet es zunehmend, wieder eine Schlägerei verfolgen (und dafür zahlen) zu müssen. Zumal die Actionszenen ohne große Ambitionen erzählt werden und nichts neues bringen.
Zu viele Parteien schlagen an zu vielen Fronten ihre kleinen Schlachten, aber die tatsächlichen Fortschritte der Handlung kann man an einer Hand abzählen. Hauptdarsteller heißen weiterhin Robin und Spoiler, Batman wird dem Leser mit jeder Ausgabe madiger gemacht. Klar, dafür gibt es gute Gründe, wenn es in den War Games gerade um die Entfremdung des dunklen Ritters zu seinem Team gehen soll. Schwierig nur, wenn man als Leser zum Schluss auf der Seite der kopfschüttelnden Mehrheit steht...
Da, wo sich aber etwas bewegt, kracht es dafür richtig. Spoilers Schicksal ist schon hart, und ihren Peiniger darf man leidenschaftlich hassen. Seltsam nur, wie leicht und unvorsichtig sich Orpheus hinterrücks umbringen lässt. Seltsam auch, dass er als geheimer Undercover-Agent Batmans einen hübschen fledermausförmigen Sender mit sich herumträgt. Wie immer kann man über solche Schlaglöcher im Plot natürlich hinweg sehen. Wenn die Glaubwürdigkeit aber wiederholt gestreckt und gedehnt wird, drängt sich der Verdacht auf, dass die Autoren doch sehr stark auf plakative Schockeffekte setzen.
Nach längerem Leerlauf ist es eine wahre Erlösung, als Batman endlich seinen eigenen Plan (wieder-) entdeckt und richtig loslegt. Das hätte schon viele Hefte früher geschehen können, denn jetzt kommen die Kriegsspiele zu ihrem bisherigen Höhepunkt: Batmans Strategie beruht darauf, sich auf sein gutes Image bei den zahllosen Cops der Stadt zu verlassen, und so auch gegen Commissioner Akins die Kontrolle über die Polizei an sich zu reißen. Und Jim Gordon flucht leise auf, als er Batmans Stimme im Radio hört. So etwas gab es noch nie, plötzlich stimmt das Tempo wieder, und man verzeiht den Autoren so manchen Fauxpas gerne. Diese Verzweiflungsstrategie kann Bruce leicht alles zunichte machen, viel zu viel steht auf dem Spiel. Und immer noch wissen wir nicht, was genau Batman vor hat, um ein neues stabiles Kräftegleichgewicht in der Stadt zu etablieren. Hoffentlich lässt die Dramatik nicht nach, dann könnte das ganze Event doch noch zu einem guten Fazit finden.
Auf der Zeichnerseite nichts Neues. Paul Gulacy steht mit seinem guten Namen für eine optisch schicke Geschichte ein. Dafür dann auch wieder No-Names und solides Bollwerk von Barrionuevo, Proctor und Huddleston. Aber das ist man bei solchen Events ja gewohnt, kein Problem. Zumal die Autorenloge anscheinend noch viel weniger koordiniert zusammen arbeitet.
Lukas 'Ruppoman' Wilde
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