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Batman #18


Batman #18 Autorin:
Devin Grayson

Zeichner:
Roger Robinson

Preis: 4,30 Euro
Erscheinungsdatum: 24.10.2002




Inhalt: Gotham Knights 16-17
Bruce Wayne hat schlecht geschlafen. Wenig später begegnet er dem Hauptdarsteller seiner Alpträume wirklich, er hat in einer Kneipe eine Schießerei angefangen. Es handelt sich um den Australier Matatoa, der Batman mit großem Respekt begrüßt und ihn dann töten will. Als er merkt, dass dies nicht so einfach ist, flieht er mit Hilfe eines Ablenkungsmanövers, doch Batman ist ihm auf den Fersen. Nach einer dramatischen Verfolgungsjagd stürzt sich Matatoa von einer Brücke, doch Batman lässt ihn nicht fallen. Der Australier erzählt ihm, er sei unsterblich, solange er andere Menschen tötet und ihre Fähigkeiten übernimmt. Nun sei Batman an der Reihe, der Drang dazu werde immer stärker, er werde auch als unsterblicher Batman für immer über Gotham wachen. Und dann kommt Nightwing hinzu.

Während Matatoa in Arkham sitzt, erzählt Dick Grayson Bruce von seiner immer engeren Beziehung zu Barbara "Oracle" Gordon, und einmal mehr fühlt er sich von Batman unverstanden. Unterdessen befreit sich Matatoa ohne große Schwierigkeiten und flieht aus Arkham, aus Respekt Batman gegenüber ohne zu töten. Das frühere dynamische Duo findet heraus, dass er zuerst die Fähigkeiten eines Maori-Schamanen übernommen hatte, und seitdem Menschen tötet. Es kommt zu einem Showdown auf einer Baustelle, in dessen Verlauf Maori Batman dazu bringen will, sich von ihm übernehmen zu lassen. Doch schließlich stürzt Maori von einem Kran ins Meer. Er überlebt den Sturz zwar, kann aber entkommen und macht sich auf den Weg nach Washington. Später sprechen sich Batman und Nightwing etwas aus, im Anschluss daran unterbreitet Bruce ihm eine Adoptionsurkunde. Damit ist Dick offiziell sein Sohn.


Kommentar:
The same procedure as every issue. Wer Graysons Stil mag, bekommt keinen Anlass zum meckern, alle anderen werden auch nicht sonderlich überrascht.
Das Ereignis der Ausgabe schlechthin ist natürlich Dicks Adoption. Faktisch spielt sie natürlich kaum noch eine Rolle, aber symbolisch war das schon lange fällig. Und Gotham Knights ist zweifellos die Serie, in der dieses Ereignis seinen Platz finden musste. Auch sehr schön liest sich Dicks Versuch, Bruce von seiner Beziehung zu Barbara zu erzählen. Devin Grayson hat mittlerweile eine ganz gute Balance darin gefunden, einerseits Batmans Kontaktängste und Konversationsschwächen zu zeigen, und gleichzeitig nette Action-Stories zu erzählen. Die "Psychoanalysen" wirken nicht mehr so aufgesetzt und übertrieben bemüht, und alles reiht sich in ein hübsches Ganzes ein.

Us-Gotham Knights #16Und dann sind da natürlich die Actionszenen. Matatoa ist ein ziemlich faszinierender Schurke, der auf der Coolness-Skala locker 9 von 10 Punkten abräumt. Starke Psychosen, ein einprägsames Äußeres, abwechslungsreiches Waffenarsenal, und eine ungewöhnliche Agenda... Nichts davon ist ganz neu, aber zusammengenommen ergibt es einen äußerst lässigen Actioncomic-Gegner, von dem ich gerne mehr sehen würde.
An sich ist der Plot nicht sonderlich innovativ, im Grunde läuft Batman in beiden Heften nur dem Schurken hinterher und liefert sich dann ein kurzes Gefecht. Und auch über andere Storyschwächen können die gelungenen Dialoge während der Kampfszenen nicht hinwegtäuschen: Wir erfahren beispielsweise nicht, woher Matatoa seine Kräfte zuerst erhielt (ja, klar, der Schamane, aber er hatte ja schon davor die Fähigkeit, die Kräfte seiner Opfer zu absorbieren). Natürlich gibt das dem Charakter einen "geheimnisvollen Touch", aber irgendwie nutzen immer mehr Autoren dieses Alibi, um sich keine vernünftigen Storygrundlagen überlegen zu müssen.
Die letzte Seite könnte zudem kaum klischeegerechter sein, aber lest selbst.
Wer sich übrigends Batmans Computer-Files über Matatoa zu Gemüte führen will, ohne sich vor dem Spiegel den Hals zu verenken, kann dies dank Übersetzer Steve Kups wieder im Comicforum tun.
Über die erneute Preiserhöhung um 20 Cent will ich an dieser Stelle keine neue, unsinnige Diskussion lostreten (das war mein Ernst). Nur soviel: Die zwei US-Ausgaben im Original wären immer noch teurer gekommen, und die Geschichten ohne andauernde Werbeunterbrechungen lesen zu können (wie es bei US-Comics der Fall ist), ist auch etwas wert. Ändert natürlich nichts daran, dass man die Differenz anderwo wieder einsparen muss, das ist klar.

Roger Robinson beeindruckt erneut auf der ganzen Linie. Seine klare Linienführung in dramatischsten Perspektiven ist aus der Serie nicht mehr wegzudenken und macht einen großen Reiz zum Weiterlesen aus. Matatoa sieht einfach nur genial aus, und die Kampfszene auf der Baustelle war wirklich meisterlich "gefilmt". Warum zeichnet der Mann nicht auch die Cover? Brian Bolland, dem dieser Job offiziell gehört, hat schon großartiges geleistet, aber als Cover-Künstler ist er ziemlich ungeeignet -seine realistisch gestalteten Darsteller sehen in der Größe immer irgendwie plump aus. Von daher bin ich um über das abgeänderte Titelbild dieser deutschen Ausgabe ganz froh.
Sei es drum, viel ändert sich an Robinsons Stil von Ausgabe zu Ausgabe natürlich nicht, darum fällt die Künstlerbewertung auch in dieser Rezension verhältnismäßig kurz aus, aber glaubt mir, die Zeichnungen machen gut und gern die Hälfte des Spaßes aus.

Fazit:
Mit den Gotham Knights ist es ein wenig wie mit dem Ultimativen Spider-Man: Die Geschichten lesen sich einfach prima, Darsteller und Charakterisierungen kommen nicht zu kurz, und wenn man die Ausgabe durch hat, legt man sie wieder weg. Ich werde über kaum eine von Graysons Stories weiter nachdenken, aber von einem Stapel ungelesener Comics gehören sie zu den ersten, die ich verschlinge.


Lukas 'Ruppoman' Wilde


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