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DC Deutschland
Kommentar zum Programm

So.

Das ist es nun also.

DC kommt nach Deutschland zurück. Nach den Wellen, die die Einstellung von Batman, Superman & Co. bei Dino geschlagen hat - selbst die Tagesthemen berichteten darüber! - sollte man erwarten, daß die Wiederaufnahme der Veröffentlichung durch DC Deutschland, ein Joint Venture von Panini und Modern Graphics, bei den Fans ebensosehr Begeisterung auslösen wird wie das Ende der Superheldenschiene bei Dino Wut, Trauer und Empörung hervorgerufen hat.

Aber wie alles im Leben, ist es auch diesmal nicht so einfach, wie man denken sollte. Aber immer schön der Reihe nach.

Zunächst das Positive: Juhuu, DC ist zurück! Nur wenige Monate nach der Einstellung durch Dino kehren die Serien in nicht gerade geringem Umfang zurück. Das Angebot ist durchaus breit gefächert, Superman und Batman sind eigentlich selbstverständlich, und mit Kevin Smiths Green Arrow hat man sich immerhin den derzeitigen Top-Seller schlechthin ausgesucht. Sonderausgaben und Archiv-Bände stellen dagegen eher den Sammler zufrieden. Der Verlag ist insofern auch eine gute Wahl, da sich Panini mit seinem Imprint Marvel Deutschland bereits einen Namen gemacht hat und bei nicht wenigen Fans sehr beliebt ist.

Auch die Übersetzer lassen keine Wünsche offen. Mit Christian Heiß und Steve Kups, zwei Szene-Veteranen und langjährigen Fans, die ich sowohl als Übersetzer als auch Menschen sehr schätze (zugegeben, von Kups habe ich bislang nur eine Übersetzung gelesen, aber wie man nicht zuletzt auf seiner Homepage nachlesen kann, kann der Mann sich durchaus ausdrücken) und die zudem privat sehr gut befreundet sind, was sich mit Sicherheit auch positiv auf die Zusammenarbeit zwischen den beiden auswirken wird, hat DC Deutschland ohne Zweifel eine sehr gute Wahl getroffen.

Eins steht damit fest, die Inhalte der neuen deutschen DC-Comics werden auf jeden Fall auf angemessene Weise ins Teutonische übertragen.

Nun zur Schattenseite der neuen Ära.

Erstens: Das Format.
Superman mit nur zwei US-Heften monatlich, das bedeutet entweder das Auslassen zahlreicher Ausgaben und/oder einen sehr schnell wachsenden Abstand zu den USA. Ähnlich sieht es bei Batman aus, die nach dem "Niemandsland" durchaus eigenwillig gestaltete Serie Detective Comics steht bislang noch nicht mal auf dem Veröffentlichungsprogramm.

Zweitens: Die Preise.
5,95 DM für EINE US-Ausgabe? 7,95 DM für den doppelten Umfang? Na, ob sich DC Deutschland da mal nicht ins eigene Fleisch schneidet... Selbst ich, der ich nun nicht gerade wenig Geld in mein liebstes Hobby investiere, bin mir zum momentanen Zeitpunkt noch nicht wirklich sicher, ob ich mir das ganze Programm leisten kann, was soll da erst ein "durchschnittlicher" Fan oder sogar ein Neueinsteiger sagen?

Thema "Neueinsteiger": Die werden durch die exklusive Auslieferung zahlreicher - zum Teil wirklich GUTER - Serien an den Fachhandel ebenso wie durch die hohen Preise kaum eines der neuen Hefte jemals ihr Eigen nennen. Eine fragwürdige Entscheidung. Aber wie dem auch sei, wie man so schön sagt, kann und wird nur die Zukunft zeigen, inwieweit DC Deutschlands Verlagspolitik von Erfolg gekrönt sein wird und ob die DC-Comics tatsächlich eine neue Blütezeit in Deutschland erleben werden. Auch wenn ich es ihnen in jedem Fall gönnen würde, ich habe meine Zweifel.

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Torsten B. Abel

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