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Bücher der Magie 1: Die Einladung



     





Die Einladung

Bücher der Magie:Die Einladung





Die Einladung
Die Bücher der Magie 1, Februar 2004
aus der Reihe "Die Bücher der Magie", Dino (2004-????)
ISBN: 3-8332-1086-9
€ 7, 95
235 Seiten
Format: Taschenbuch
s Autor: Carla Jablonski
Übersetzung: Michael Nagula
Original: The Books of Magic # 1: The Invitation
erschienen bei Eos (Harper Collins), Mai 2003
basierend auf den Comics von Neil Gaiman und John Bolton The Books of Magic # 1- # 4, erschienen bei DC/Vertigo, 1990/91


Bezugsquelle: amazon

Klappentext


Glaubst Du an Magie?


Timothy Hunter ist genau wie jeder andere 13-jährige Junge in London ... bis auf den kleinen Unterschied, dass er möglicherweise der mächtigste Magier seiner Zeit ist.


Wie aus dem Nichts erscheinen eines Tages vier geheimnisvolle Fremde in Tims Leben und machen ihm ein verlockendes Angebot: Er soll in die geheimen Künste der Magie eingeweiht werden! Damit beginnt für Tim eine Reise jenseits jeglicher Vorstellungskraft. Dunkle Kreaturen machen Jagd auf ihn - Gefahren lauern hinter jeder Ecke - und er bekommt es mit mysteriösen Mächten zu tun, die ihn entweder auf ihre Seiten ziehen oder tot sehen wollen ...


Basierend auf der Bestseller-Reihe von Neil Gaiman und John Bolton - 1990.


Neil Gaiman schrieb "Die Bücher der Magie" lange bevor Harry Potter erschien. Er bedient sich vieler Ideen aus Mythologie und Legenden und schuf dadurch eine moderne Sage, die auf fundiertem Wissen basiert (Amazon).


Rezension/Inhalt

Der Dino-Verlag hat schon immer die eine oder andere Buchreihe geführt (Star Wars, DeltoraQuest, Der Siebte Turm), doch seit einiger Zeit hat man beim Stuttgarter Verlag gehörig aufgestockt:
Romane zu den Videospielhits von Warcraft und Diablo, HALO, Starcraft den Abenteuern der schönen Lara Croft (Tomb Raider) sowie Bücher zur Mutter aller Sammelkartespiele, Magic: The Gathering. Seit Februar 2004 hat man sich dann auch der Veröffentlichung der Romanadaptionen von den Books of Magic angenommen, eine Reihe, auf die ich als passionierter Fantasy- und Comicleser sehr gespannt war...


Die technische Verarbeitung des Bandes ist top: Einer broschierten Ausgabe entsprechend robuster Einband, sauber geklebter Bund, festes Papier und gestochen scharfer Druck sind durchgängig die Merkmale, die auf Dauer wirklich begeistern (gleich vorneweg: Band zwei ist in dieser Hinsicht ein würdiger Nachfolger).


Erwähnenswert ist ebenfalls, dass man sich bei Dino dazu entschieden hat, die Originalcover der englischen Taschenbuchausgaben von Eos zu verwenden (abgesehen vom Schriftzug, den man für die deutschen Ausgaben mit der American Unical versehen hat - so wie bei den neuren deutschen Comicversionen eben auch, wahrscheinlich, um in der Logo-Hinsicht ein einheitliches Bild zu haben). Dies ist recht erfreulich, denn die Cover sind sehr hübsch anzusehen, passen zum Inhalt der jeweiligen Bücher und haben ihren ganz eigenen Charme (und wer die Unart deutscher Verlage kennt, Fantasy-Büchern irgendein klischeehafter 0815-Cover zu verpassen , der wird hier ebenso dankbar sein wie ich).


Vorwort von Neil Gaiman
Wer könnte ein besseres Vorwort zu den Büchern der Magie verfassen, als ihr Erfinder Neil Gaiman? Niemand! Eben darum ist es kein geringer als Mr Gaiman persönlich, der uns in einem Vorwort die Geschichte der Entstehung der Bücher der Magie schildert. Das ganze natürlich vorzüglich geschrieben, wie von Gaiman nicht anders zu erwarten. Schon diese Hand voll Seiten ist ein Genuss und lässt wirklich auf mehr hoffen.


Die Bücher der Magie 1: Die Einladung ist die Geschichte des jungen Timothy Hunter, dessen Leben nicht ganz gewöhnlich,aber meistens doch eher langweilig ist. Tim hat keine Mutter mehr, da diese bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, und sein Dad ist schwer depressiv (nicht zuletzt wegen dem Tod seiner Frau). In der Schule ist Tim durchschnittlich, im Sport sogar ziemlich schlecht - abgesehen vom Umgang mit dem Skateboard, da ist er ziemlich gut, was ihm beim Schulsport jedoch wenig bringt. Er mag Molly, ein Mädchen das er seit Stunde Null kennt, doch irgendwie ist nun eh alles anders als es früher war, er weiß nur nicht was und... Er ist nun mal ein (mehr oder weniger) typischer 13-jähriger...


Und als wäre das nicht schon schlimm genug, wird er eines Tages im Park von vier mysteriösen Männern angesprochen, die er später als die Trenchcoat-Brigade betiteln wird.


Sie erklären Timothy Hunter, dass er das Potential hat, der mächtigste Magier aller Zeiten zu werden. Sollte er sich darauf einlassen und sich den Lektionen öffnen....
Tim erklärt sich schließlich einverstanden, und was folgt erinnert - wie Timothy selbst erkennt - sehr stark an die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Die vier Männer (vgl.: die vier Geister) reisen mit Tim durch die Zeit (vgl.: Mr Scrooge) und zeigen ihm die vielen Facetten der Magie, möglichen Realitäten und gar das Ende des Universums (wo wir unter anderem Destiny - Schicksal - und Death - die Figur des Todes - treffen werden).


Unentwegt begleitet Tim eine Eule namens Jo-Jo, die ursprünglicherweise sogar einmal solch ein Spielzeug gewesen war, ehe sie durch eine kleine Demonstration magischer Fähigkeiten zu Tims gefiederten Begleiter wurde.


Natürlich ist John Constantine, der Hellblazer, in diesem Band eine der interessantesten Figuren. Die Dialoge zwischen Tim und ihm gehören mit zu den spaßigsten Stellen des Buches.


Doch nicht nur Zeit und Raum werden von Tim und seinem jeweiligen Begleiter besucht, sondern auch das legendäre Feenreich, Herrschaftsgebiet von Titania und Oberon (und spätestens hier lässt zumindest auch ein Herr Shakespeare grüßen).


Der Band ist ein einziges, actiongeladenes und zeitgleich intelligent geschriebenes Spektakel um Timothy Hunter, der unvorbereitet großes erlebt. Phantastisches wartet scheinbar an jeder Ecke, und nicht alles, was dort in den Schatten lauert, ist dem jungen Magier freundlich gesinnt. So trifft er auf seinen ersten Reisen in die Reiche jenseits von Verstand und Wissenschaft allerhand eigentümliches Volk; Elfen, Feen, Hexen, Merlin, Titania und viele andere, und manche von diesen wollen ihn sogar auffressen, töten und vernichten.

Ja, er trifft sogar einen sprechenden Hasen und einen gleichermaßen begabten Igel - und ich muss gestehen, dass ich diese Stelle liebe....


Fazit


Zunächst fand ich es sehr schade, dass Neil Gaiman sich nicht selbst um die Buchumsetzungen seiner Serie gekümmert hat, doch angesichts der Tatsache, dass Carla Jablonski großartige Arbeit abgeliefert hat, sei ihm dies verziehen.


Das Preis/Leistungs Verhältnis ist an sich ganz in Ordnung für ein Taschenbuch dieser Größenordnung und bewegt sich ungefähr so wie bei anderen Veröffentlichungen des Genres.


Das Buch ist salopp geschrieben, gut übersetzt und glänzend aufgemacht, so dass man eigentlich keinen Makel erkennen kann. Selbst der Kritikpunkt, dass man lange auf die Fortsetzung warten müsse (deutsche Verlagskrankheit, mal wieder), kann hier nicht gegeben werden, da Band zwei im selben Monat erschienen ist wie Band eins. Unterm Strich bleibt also eine der stärksten phantastischen Bucherscheinungen dieses Monats, von einem Verlag, den man sonst eher mit Superheldencomics in Verbindung gebracht hat. Weiter so!


Einen Fleck hat das Buch jedoch auf seiner blütenweißen Weste, und dieser ist nicht gerade klein. Ein garstiger Schandfleck, ein Schatten auf der sonst dermaßen makellosen Liste des Erfolgs.... 235 Seiten sind definitiv zu kurz.


Dennoch, und auch auf die Gefahr hin, mir mit dieser Aussage keine Freunde zu machen, bleibt festzuhalten: Diese Bücher sind für mich klar der "interessantere Harry Potter".


Randnotizen


  • Das Cover zu diesem Band schuf Christopher Moeller.


  • Wer mehr über die Comicfassungen der Bücher der Magie wissen will, dem sei ein Sprung zum deutschen Verleger selbiger empfohlen: www.speedcomics.de


  • Ein paar Infos zur Tranchcoat-Brigade:


  • John Constantine wurde von Alan Moore, Steven Bissette und John Totleben (ersterer Autor von u. a. "From Hell" oder "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen"; alle drei zusammen kennt man von ihrem legendären Run bei Swamp Thing) geschaffen. Seinen ersten Auftritt hatte Constantine in The Saga of Swamp Thing # 37 (Juni 1985). Neben unzähligen Gastauftritten kennt man ihn auch als Hauptfigur der Hellblazer-Comic-Reihe von DC/Vertigo.


  • Dr. Occult tauchte das erste Mal in More Fun Comics # 6 (1935) auf. Er wurde geschaffen von Jerry Siegel und Joe Shuster (den Schöpfern von keinem geringeren als dem Mann aus Stahl, Superman).


  • Mr. E hatte seinen ersten Auftritt in Secrets of the Haunted House # 31 (1980). Er wurde geschaffen von Bob Rozakis und Dan Spiegle.



  • Der Stranger in diesem Band ist kein geringerer als der Phantom Stranger, eine Figur aus dem (wie sollte es anderes sein) DC Universum. Er wurde 1952 geschaffen und hatte seinen ersten Auftritt in Phantom Stranger (Vol. 1) # 1. Dann verschwand er ein wenig in der Versenkung und wurde 1969, im s. g. Silverage der Comics, mit der Vol. 2 seiner eigenen Serie von Len Wein, Neal Adams und Jim Aparo wiederbelebt. Später bedienten sich dann u. a. Alan Moore (für seine Swamp Thing Comics) und Neil Gaiman des Öfteren der interessanten Figur des (Phantom) Strangers.


  • "If he's human, then I'm a toast-rack."
    - John Constantine


  • Es folgt: Die Bücher der Magie Band 2: Bannkreise (ebenfalls erschienen im Februar 2004) und Die Bücher der Magie Band 3: Der Kreuzzug der Kinder (Juni 2004) sowie Die Bücher der Magie Band 4: Konsequenzen (Oktober 2004). In England sind bereits Band 5 und Band 6 erschienen (bzw. in Vorbereitung).
by Christian Endres












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