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Sonntag, April 29, 2007

100 % DC #6: Batman Geheimnisse


The Killing Joke II

100% DC Nr. 6: Batman - Geheimnisse

Enthält:

“Batman: Secrets“, #1 bis #5; Mai. bis September 2006

Text und Zeichnungen: Sam Kieth

Farbe: Alex Sinclair

aus dem Amerikanischen von Steve Kups;

Buch im Softcover; 148 Seiten; farbig; € 16,95;

Panini/DC Comics;

Cover von Sam Kieth

Ganz unverholen nimmt Sam Kieth in seinem Fünfteiler Bezug auf das Meisterwerk von Alan Moore The Killing Joke und es gelingt ihm, dass dies überhaupt nicht anmaßend oder geklaut aussieht. Ganz im Gegenteil. Er vermag mit diesem Aufhänger sogar eine stimmige Brücke in der Continuity zu schlagen und man weiß, was Kieth wichtig ist.

Wieder einmal sind Batman und Joker also die Hauptakteure. Und es geht um ihr Verhältnis zueinander und diesmal auch um ihre Außenwirkung in den Medien und um ihr Bild in der Öffentlichkeit.

Der Joker hat es geschafft, die Vorsitzende der Bewährungskommission Deborah Parisi davon zu überzeugen, dass er geheilt und geläutert ist. Und so wird er entlassen.

Es stellt sich heraus, dass ihre Stellvertreterin Terry Ammons an dieser Entlassung mitgewirkt hat und dies nicht ganz uneigennützig: Sie hat sich unsterblich in Joker verliebt und ist ihm hörig. Das kann nicht gut gehen, denn es kommt, wie es kommen muss: Der Joker ist weiterhin der rücksichtslose Mörder, dem alles(!) egal ist. Batman muss ihn stoppen, aber erschwerend kommt noch hinzu, dass durch zweideutige Photos der Eindruck in der Öffentlichkeit entsteht, dass Batman der Böse und Joker das Opfer ist.

Der Joker erpresst Mooley Williams, der bei einem Kabelkanal für die Sendungen verantwortlich ist. Dadurch werden die Bilder von Batman und dem Joker gezeigt. Dem Joker gefällt, was nun passiert: Die öffentliche Meinung ist verunsichert und sein Plan sieht nun vor, durch gezielte Manipulation noch mehr gegen Batmans guten Ruf zu unternehmen.

In den Rückblicken erfahren wir aus Bruce' Vergangenheit etwas scheinbar Furchtbares: Er und sein Freund Mooley spielen draußen in der Natur, dann eine Explosion, viel Blut und ein völlig verstörter kleiner Bruce. Was es genau damit auf sich hat, wird bei jedem Rückblick deutlicher und am Ende erfahren es auch die Leser.

Die Auflösung ist überraschend und Sam Kieth gelingt dadurch eine Charakterisierung von Bruce Wayne/Batman die sehr tief geht. Nicht der harte und rücksichtslose Dunkle Ritter, sondern der sensible und moralisch geprägte Mensch wird herausgebildet. Erstaunlich. Bruce Wayne/Batman lügt nie und tötet nie – und wird es auch niemals.

Und so stellt sich heraus, dass wohl jeder seine kleinen Geheimnisse hat und diese ihn erpressbar machen. Lügen lohnt sich nie. Lügen schwächen einen – wer ehrlich ist, bleibt unantastbar.

Nun kennen wir auch Batmans letztes Geheimnis.

Graphisch erinnert Kieth' Joker sehr stark an den Joker von Dave McKean im Arkham Asylum. Auch sonst glaubt man an einigen Stellen, dass sie einem bekannt vorkommen. Wie zum Beispiel die Szene mit dem Flashback zur Ermordung von Thomas und Martha Wayne – sie erinnert sehr stark im Aufbau und Optik an Miller DKR. Auch die Rolle der Medien in der heutigen Zeit erinnert etwas an Millers Sichtweise. Mooley Williams sieht so aus, als ob er aus einem Spirit-Comic von Eisner stammen könnte. Aber all dies ist nicht störend, sondern weiß zu gefallen.

Sam Kieth ist vor allem bekannt durch seine Figur THE MAXX aus dem Hause Image. Ferner dürften seine Arbeiten für Marvel (u.a. WOLVERINE/HULK) und Matt Wagners MAGE bekannt sein. Für Neil Gaiman inkte er 1989 die ersten fünf Ausgaben von THE SANDMAN.

Vielleicht haben wir ja noch Glück und Panini veröffentlicht das ebenfalls von Sam Kieth stammende Werk SCRATCH. Hier trifft Batman auf einen Werwolf….

Wer Lust hat, kann ja mal auf Kieth' Homepage vorbeischauen: http://www.samkieth.com .

by Norbert Elbers

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